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Schröders Akademie

Enttäuschung – lernen, damit umzugehen

Jeden von uns treffen hin und wieder Enttäuschungen. Nicht nur beruflich, sondern auch privat stehen wir vor der Herausforderung, Enttäuschungen zu überwinden und gestärkt aus diesen hervorzugehen.

Ganz so einfach ist es allerdings selten, wenn wir alleine vor einem Restaurant warten, ein möglicher nächster Auftraggeber kurzfristig abgesagt hat oder der letzte sportliche Wettkampf so gar nicht nach unseren Erwartungen verlief.
Noch wesentlich dramatischer ist es, wenn uns langjährige Partner oder Freunde hintergehen, betrügen und belügen.

Hohe Erwartungen gehen mit starken Gefühlen einher

Interessanterweise neigen die meisten Menschen bei einer Enttäuschung dazu, sich Selbstvorwürfe zu machen. Wurden unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllt oder erfüllen andere Menschen nicht die Dinge, die wir uns erhofft haben, folgt fast unweigerlich eine innere Kränkung.

Keine Angst an dieser Stelle, denn Enttäuschungen sind normal und gehören zum Leben dazu. Es ist auch kein Problem, wenn wir uns kurzzeitig ausgenutzt fühlen, an uns selbst zweifeln oder aber unsere Mitmenschen (im Stillen) zum Teufel wünschen.

Allerdings sollten wir diese Art der Erkenntnis, die die Enttäuschung mit sich bringt, auch als positiven Aspekt begreifen.

Je mehr wir erwarten, desto stärker können wir enttäuscht werden. Macht es also Sinn, sich künftig weniger von einem Treffen zu versprechen oder mit einer geringeren Erwartungshaltung durchs Leben zu gehen?
Nein! Motivation, innerer Ansporn und eine gesunde Erwartungshaltung sind es, die uns antreiben und weiterbringen.

Die richtige Mischung entscheidet hierbei über Erfolg oder Misserfolg. Hege Erwartungen und hadere nicht mit dir selbst, aber setze dir gleichzeitig realistische Ziele.
Mache dir dabei stets bewusst, welches Verhalten du selbst ändern kannst und welche Entscheidungen du aus der Hand geben musst.

Selbstvorwürfe, Verbitterung und Schuldzuweisungen durch erlebte Enttäuschungen

Daher geschieht es immer wieder, dass wir uns selbst verunsichern, wenn ein Erlebnis uns stark enttäuscht hat. Aber sind solch starke Emotionen wirklich berechtigt? Sicherlich gibt es Situationen, in denen unser gesamtes Leben aus den Fugen gerät, sei es bei dem Ende einer Karriere, einer gescheiterten Ehe oder dem Verlust eines engen Freundes.

Aber Enttäuschungen finden auch im Kleinen statt und der Umgang unterscheidet sich häufig nur unwesentlich voneinander.

Mit Selbstzweifeln blockieren wir unseren inneren Antrieb, indem wir in der Vergangenheit verharren. Sicherlich ist es enttäuschend, wenn wir die Zielzeit beim letzten Lauf nicht geschafft haben oder uns ein Kunde schon wieder abgesagt hat. Aber seien wir ehrlich, wie viel Zeit sollten wir mit diesen negativen Gefühlen verschwenden? Wird es dadurch leichter oder besser?

Wohl kaum, also mach dir dies bewusst und verliere deine eigentlichen Ziele nicht aus den Augen.

Frühe und heftige Schuldzuweisungen sind ein großes Problem vieler Beziehungen. Egal ob im beruflichen, privaten oder sportlichen Bereich - verzichte daher auf Schuldzuweisungen. Meist sind dir nicht alle Details bekannt, sodass du schnell ungerecht reagierst und dich so im Nachhinein wahrscheinlich für die emotionsgesteuerten Schuldzuweisungen entschuldigen musst.

Hat dich jemand kurzfristig versetzt, ist dies für dich sicherlich ärgerlich, kann jedoch auch gravierende Gründe haben. Vielleicht gibt es private oder berufliche Probleme, eventuell ist er selbst oder eine nahestehende Person erkrankt. In jedem Fall solltest du nicht an dir zweifeln, denn warum sollte sich dein Freund oder deine Freundin sonst mit dir verabreden, wenn nicht um deiner selbst willen?

Enttäuschungen als Chance begreifen

Es spricht nichts gegen eine detaillierte Analyse einer erlebten Enttäuschung. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn wir nicht in der Lage waren, unsere eigenen Erwartungen zu erfüllen. Es ist wichtig, die Ursachen des Scheiterns zu erkennen. Jedoch solltest du nicht zu viel Zeit auf diesen Bereich verwenden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass du die Verantwortung abgeben solltest.

Gehe möglichst logisch vor und lasse dich nicht zu sehr von deinen Emotionen beeinflussen. Nun kommst du an den entscheidenden Punkt, an dem du dich fragen solltest, wie viel Bedeutung du der Enttäuschung widmen möchtest.

Kommst du zu dem Ergebnis, dass die Enttäuschung nur einen sehr kleinen Teil deines Lebens ausmacht, blicke nach vorne und hadere nicht länger mit deinen negativen Gefühlen.

Ist es hingegen sehr wichtig für dich, stellt sich daraufhin die Frage, ob du aktiv etwas verändern kannst. Hat dich jemand anderes enttäuscht, überlege, ob du ihn damit konfrontierst und was du erwarten kannst. Nicht immer macht es Sinn, über alles zu reden, es kann jedoch helfen, Grundsätze in einer Beziehung bzw. Freundschaft zu definieren.

Bist du hingegen von dir selbst schwer enttäuscht, akzeptiere deine Verantwortung. Hast du dich gegenüber jemand anderem unangemessen verhalten, hilft nur eine ernst gemeinte Entschuldigung. Versuche nicht, dein Verhalten zu rechtfertigen, sondern gelobe vielmehr Besserung in der Zukunft.

Mach dir das Motto „klappt es heut nicht, klappt es morgen“ zu eigen und arbeite daran, dein Ziel zu erreichen. Es fällt deutlich leichter, eine Enttäuschung zu bewältigen, wenn du nicht in der Vergangenheit festhängst.
Jeder erfolgreiche Politiker, Unternehmer oder Leistungssportler hat – wie ich auch - immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen gehabt.
Du wirst jedoch nur dann besser und lernst, mit der Enttäuschung umzugehen, wenn du nach vorne blickst und dich nicht zu sehr hinterfragst.

Wie die Vergangenheit deine Zukunft beeinflusst

Zu viel negatives Denken führt dazu, dass wir eine Enttäuschung nicht verarbeiten, sondern uns immer wieder mit dem gleichen unabänderlichen Versagen auseinandersetzen.

Viele Betroffene bewegen sich lange Zeit auf der Stelle, ohne eine Lösung für ihr Problem zu finden. Denk immer daran, dass du die Vergangenheit nicht ändern kannst und sie ein Teil von dir ist.
Die Zukunft liegt allerdings vor dir und sollte nicht von Enttäuschung geprägt sein. Richte deinen Blick nach vorn, um deinen weiteren Lebensweg selbst zu gestalten.

Im Rahmen des Coachings geht es verstärkt darum, sich von der Erwartungshaltung anderer unabhängig zu machen und gleichzeitig die richtigen Erwartungen an sich selbst zu stellen. Dennoch wird es immer wieder im Leben Enttäuschungen geben, auf die du reagieren musst.

Nutze deine Energie positiv und versuche, die hier kurz skizzierten Strategien, Enttäuschungen zu überwinden, in deinen Alltag zu übertragen.
Selbstverständlich ist dabei jede Enttäuschung anders gelagert, sodass nicht ein einziger Weg erfolgversprechend ist, um diese zu überwinden.
Es existieren jedoch einige Faktoren, die sich mit etwas Übung verändern lassen.

Im Übrigen musst du Enttäuschungen nicht immer mit dir selbst ausmachen, vielmehr können gute Freunde dir dabei helfen, deine Gefühle einmal rauszulassen und anschließend gestärkt aus der Erfahrung hervorzugehen.

Klappt es nicht sofort, eine Enttäuschung zu verarbeiten, so denk immer daran: Zeit heilt alle Wunden!

Zur Person

Torsten Schröder ist Moderator (Radio, Messen, Veranstaltungen), Redner und Coach. Sein Expertenwissen in den Bereichen Business, Gesundheit und Sport gibt er in Seminaren, Ausbildungen und Coachings weiter