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Schröders Akademie

Der kreative Umgang mit Stress und Druck: Fünf Dinge, die du von Leistungssportlern lernen kannst

Aus meiner aktiven Zeit als Leistungssportler weiß ich: Wer es ganz nach oben schaffen will, investiert über Jahre hinweg Schweiß, Mühen und Tränen im Training und setzt sich im Wettbewerb Situationen aus, in denen der Druck, von außen oder selbst gemacht, gewaltig ist.

Doch halt. Ist es im ganz normalen Leben wirklich anders? Ich denke: Nein. Jeder Beruf, ob in angestellter Position oder als Unternehmer, konfrontiert Menschen mitunter mit Stress und Druck, ganz egal, auf welcher Stufe der Karriere sich die jeweilige Person befindet. Selbst das Privatleben ist oft mit Stress und Druck verbunden.

Doch was genau ist eigentlich Stress? Meist ist mit diesem Begriff eine körperliche oder geistige Belastung gemeint. Das hört sich zunächst negativ an. Aber: Stress löst auch psychische und physische Reaktionen aus, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen! Damit steht fest: Stress lässt sich auch positiv nutzen. Das entspricht haargenau meinen eigenen Erfahrungen. Hier nenne ich dir meine fünf besten Tipps für einen richtigen Umgang mit Stress- und Drucksituationen.

1. Ruhe bewahren!

Egal, aus welcher Ecke der Stress-Impuls auf dich zukommt und selbst dann, wenn von dir Höchstleistungen erwartet werden: Bleib gelassen, konzentriert und fokussiert. Nimm die Situation an so wie sie ist. Keine Panik. Aber auch keine Euphorie! Mach dir klar, wieviel du weißt und kannst, was du zuvor schon geleistet hast und versuche jetzt nicht, etwas anders, etwas Neues, etwas zusätzlich oder „mehr“ zu machen. Bleib bei dir, vertraue dir und dem Potenzial, das du schon in anderen Situationen nachgewiesen hast. Dann wird dir gelingen, das abzurufen, was du vorher „hineingesteckt“ hast.

2. Bewusstheit für deine Fähigkeiten!

Viele Menschen neigen dazu, in herausfordernden Situationen mit Wettbewerbscharakter mehr „machen“ zu wollen als gewöhnlich. Doch das steigert nur den gefühlten Stress. Besser ist es, das Abrufen der eigenen Potenziale zu einer Art Lebensmaxime zu machen, die immer und überall gelebt wird. Wenn du dir jederzeit deiner Fähigkeiten bewusst bist, dann wird es dir auch gelingen, unter Stress alles zu geben, ohne zu verkrampfen. Natürlich wirst du in solchen Situationen ohnehin nur das aus dir herausholen können, was du vorher „antrainiert“ hast.

3. Geduld und „Dranbleiben“!

Nach Misserfolgen vom eingeschlagenen Weg abweichen und mit etwas Neuem experimentieren – ja, das macht ab einem bestimmten Punkt sicherlich Sinn. Doch meine Beobachtung ist: Bei Rückschlägen äußert sich die Suche nach dem, was „wirklich funktioniert“, viel zu häufig und viel zu früh in hektischen Kursänderungen. Das führt lediglich dazu, dass du den Fokus und deinen eigenen „roten Faden“ verlierst, für den du dich doch zuvor mit Bedacht und aus guten Gründen entschieden hattest. Vertrau dir und deinen eigenen Überlegungen, auch wenn’s „eng“ wird. Und gib nicht auf. Niemals! Oft ist Geduld, Kontinuität und „Dranbleiben“ die bessere Option. Wenn du dir ein Ziel gesetzt und eine Strategie entwickelt hast, dann bleib diesen und dir selber treu – auch wenn der Erfolg zunächst auf sich warten lässt. Ein Blick in den Fußball-Sport lehrt uns doch immer wieder aufs Neue, dass ein Trainer-Rauswurf eher ein Indiz für Panik ist und keineswegs die Garantie für mehr Erfolg.

4. Äußere Einflüsse abschalten!

Für mich der spannendste Punkt. Egal was du tust, was du vorhast und wo immer du dich auch befindest: Immer gibt es ein Umfeld, das dich bewertet. Und das macht Stress! Sich von den Urteilen anderer nicht beeinflussen zu lassen, ist nach meiner Erfahrung die größte Kunst auf dem Weg der Zielerreichung. Es sind die Besten der Besten, denen es gelingt, Wertungen und vor allem Abwertungen anderer als eine Art Sprungbrett für außergewöhnliche Leistungen zu benutzen. Mein Lieblingsbeispiel ist die Torwartlegende Oliver Kahn. Ob provozierende Bananenwürfe oder das Pfeifkonzert von 80.000 Stadionbesuchern beim Elfmeterschießen: Der „Titan“ fühlte sich dadurch nicht gestört oder verunsichert, sondern angespornt! Zugegeben, man muss schon ein besonderes Nervenkostüm besitzen, um in solchen Stresssituationen cool zu bleiben. Doch es geht. Es ist alles eine Frage des eigenen Umgangs mit diesen Stressfaktoren und durch welche „Brille“ du die Situation betrachtest. Mein Tipp: Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt. Und mach aus dem, was dich stören und behindern will, eine Quelle der eigenen Kraft und Leistungsfähigkeit. Mach deine Kritiker zu heimlichen Verbündeten!

5. Den „Zieleinlauf“ genießen

Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Speziell nicht für Menschen, die auf permanente Leistung und Erfolg getrimmt sind. Dabei ist es so wichtig, sich selbst nach Erfolgen zu belohnen. Gönn‘ dir etwas, wenn‘s gut gelaufen ist, und leg‘ danach einen Ruhetag ein. Nimm dir die Zeit, dich über einen beruflichen oder privaten Erfolg zu freuen. Du hast es verdient. Du bist es wert. Jetzt zählt nur die Frage, was dir gut tut, womit du dich wohlfühlst und wie du dich selbst belohnen kannst. Solche Rituale stärken das Erfolgsbewusstsein und wirken in deinem Denken und Fühlen weiter.

Zur Person

Torsten Schröder ist Moderator (Radio, Messen, Veranstaltungen), Redner und Coach. Sein Expertenwissen in den Bereichen Business, Gesundheit und Sport gibt er in Seminaren, Ausbildungen und Coachings weiter