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Schröders Akademie

Lampenfieber: Meine sechs besten Tipps für einen starken Auftritt

Lampenfieber ist kein Anfänger-Problem. Auch zahlreiche gestandene Bühnen-Stars müssen sich immer wieder aufs Neue damit auseinandersetzen. Leider ist es für viele ein Tabu-Thema, über das in der Öffentlichkeit nicht gerne geredet wird. Schließlich soll das Image keinen Kratzer bekommen.

Mit Lampenfieber ist meist eine Angst vor Auftritten, Podium und Publikum gemeint, die die Qualität der Leistung mindert. Sie kann sich körperlich in Schweißausbrüchen, Herzrasen, Magenproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten äußern. Dabei gilt: Ein bisschen Angst vorm großen Auftritt ist nicht nur verständlich, sondern sogar hilfreich. Schließlich sorgt sie für mehr Wachsamkeit und Präsenz, mit der Folge, dass wir uns besser vorbereiten. Erst wenn die Angst übermächtig wird, blockiert sie uns, und ein Scheitern ist vorprogrammiert. Deshalb gilt: Je besser dein Selbstmanagement ist, je ausgeprägter deine mentale und emotionale Stärke sind, desto souveräner wirst du mit Angst und Nervosität umgehen können.

Auch ich selbst habe bis heute gelegentlich noch mit Lampenfieber zu tun. Ich erinnere mich mit Schaudern an meine erste Lehrprobe als Tanzlehrer, die vor lauter Lampenfieber in einem Desaster endete. Ab diesem Tage beschloss ich: „Nun wird es Zeit, daran zu arbeiten.“ Dies hier sind meine sechs besten Tipps für einen kreativen Umgang mit Lampenfieber.

1. Bestmögliche Vorbereitung

Du bist top vorbereitet? Dann hast du schon so gut wie gewonnen und kannst Lampenfieber deutlich reduzieren. Inhalte, Schwerpunkte und Übergänge von einem Thema zum anderen sollten genau geplant sein, damit dein Auftritt nicht brüchig wird. Sei sorgsam in der Vorbereitung und mach einen genauen Ablaufplan vom Ankommen bis zum letzten Schlussapplaus. Notiere dir sogar, an welcher Stelle du zum Beispiel lächeln solltest, wo du einen Applaus erwarten kannst, wo eine kurze Redepause einfügt werden sollte usw. Je detaillierter, umso besser.

Die ersten Minuten deines Vortrages solltest du auswendig können. Mein Rat: Übe deine Rede vorab im kleinen Kreis und hol dir ein Feedback von deinem Publikum. Du kannst auch oder vor einem Spiegel proben. Schau einfach mal, wie du dich selbst erlebst. Noch besser: Nimm deinen Probe-Auftritt auf Video auf und schau dir dieses anschließend an – eine sehr gute Methode der Selbstkontrolle, zu der du auch Menschen aus deinem Umfeld, Kollegen oder Profis auf diesem Gebiet hinzuziehen kannst.

2. Dein Musik-Ritual

Egal, ob du Klassik, Rock, Metal oder Techno magst: Deine Lieblings-Musik hilft gegen deine Nervosität! Entscheide dich intuitiv für einen Song, der dir einfach ein gutes Gefühl gibt und deshalb für dich zu so etwas wie deinem persönlichen Musik-Ritual werden kann. Du kannst dieses Ritual kurz vor deinem Auftritt ausführen, oder aber auch zu einem anderen Zeitpunkt in den Ablauf des jeweiligen Tages integrieren. Teste dein persönliches Musik-Ritual. Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, dass es funktioniert. Es unterstützt dich dabei, tolle Momente auf der Bühne zu erleben.

Du kannst absolut nichts mit Musik anfangen? Kein Problem. Schaff dir ein anderes Ritual, zum Beispiel mit speziellen Atemübungen, einige Minuten des Rückzugs und Zeit für dich selbst oder den Einsatz von Progressiver Muskelrelaxation.

3. Life-Kinetik. Life … was?

Life-Kinetik ist eine außergewöhnliche Methode, die längst Einzug gehalten hat Trainingsprogramme von Spitzensportlern und deren Coaches. Sie funktioniert hervorragend. Als ich Life-Kinetik für mich entdeckte, war es von Beginn an eine große Bereicherung.

Life Kinetik ist eine spielerisches Training, bei dem du Bewegungen ausführst, während gleichzeitig dein Gehirn gefordert wird. Die Übungen schaffen neue Verbindungen zwischen den Gehirnzellen und ermöglichen so, das „schlummernde“ geistige Potenzial zu wecken. Je mehr Vernetzungen im Gehirn angelegt sind, desto höher sind Leistungsfähigkeit, Flexibilität und Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns. Die positiven Ergebnisse des Trainings sind unter anderem Stressreduzierung, Verbesserung der Aufmerksamkeit, Verbesserung der Handlungsschnelligkeit und vieles mehr. 

Durch das Training mit Life-Kinetik behalte ich in Vorträgen, Unterrichten und bei Moderationen den „roten Faden“. Ich kann mich besser konzentrieren und viel aufmerksamer meine Vorträge halten. Nach meiner Erfahrung ist Life-Kinetik ein Muss für alle, aber insbesondere für Redner, Lehrende, Moderatoren und alle Berufsgruppen, die mit Sprechen zu tun haben. Probieren es aus!

4. Der Griff zum Glas

Sorge für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr - auch während deines Vortrages. Verzichte dabei auf Kaffee und zuckerhaltige Getränke. Ein Glas Wasser sollte jedoch immer in Reichweite stehen. Wasser sorgt dafür, dass deine Konzentration auf konstantem Niveau bleibt. Toller Nebeneffekt: Der Griff zum Glas verschafft der eine kleine Pause, in der du dich innerlich auf den nächsten Teil der Rede vorbereiten kannst. Nimm dir bewusst diese Zeit!

5. Lass dich vom Publikum „tragen“

Suche mit deinen Blicken im Publikum nach Personen, die bei dir ein positives Gefühl auslösen: ein Lächeln, ein offener Blick, eine tolle Frau, ein attraktiver Mann, schöne Krawatte, ... etwas, das dich positiv stimmt! Klar: Du weißt nicht wirklich, wer von all diesen Menschen es wirklich gut mit dir meint. Aber du hast immer die Macht, in noch so kleinen Details etwas Positives und Inspirierendes zu sehen, dass dich entspannter durch deinen Vortrag gehen lässt. Natürlich können auch vertraute Personen dir helfen: Bitte diese Unterstützer, dich durch Blicke und Gesten zu bestärken.

6. Mein Lieblings-Tipp: Lampenfieber „annehmen“

Mach Lampenfieber zu deinem Freund, je eher desto besser! Es kommt dabei nur auf deine Einstellung und innere Haltung an. Denn mal ehrlich: Im Grunde gehört Lampenfieber doch für Künstler, Sportler, Redner, Moderatoren etc. einfach mit dazu. Je eher man dies akzeptiert, umso besser. Annehmen ist hier das Stichwort. Hör auf, Lampenfieber immer nur negativ zu sehen und dich permanent dagegen zu wehren. Denn es ist auch positiv für deinen Beruf und deine Berufung. Ich habe sehr früh verstanden, dass sich durch das Annehmen und Akzeptieren des Lampenfiebers meine Befindlichkeit verbesserte, Entspannung möglich war und ich mit mehr Leichtigkeit meine Leistung abrufen konnte.

Zur Person

Torsten Schröder ist Moderator (Radio, Messen, Veranstaltungen), Redner und Coach. Sein Expertenwissen in den Bereichen Business, Gesundheit und Sport gibt er in Seminaren, Ausbildungen und Coachings weiter