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Schröders Akademie

Work-Life-Balance – Was steckt dahinter?

Überforderung am Arbeitsplatz, viel Stress und zunehmende Fälle von Burnout-Erkrankungen – all das deutet auf eine schlechte Work-Life-Balance hin. Aber was bedeutet der Begriff eigentlich? Wie lassen sich Privatleben und Beruf miteinander vereinbaren?

Das Leben im Einklang

Eine gute Work-Life-Balance zeichnet sich dadurch aus, dass das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit stimmt. Ein perfektes Gleichgewicht lässt sich auf diese Art und Weise zwar wahrscheinlich nie erreichen, die Belastung sollte sich jedoch stets in Grenzen halten.

Sind die Arbeitsanforderungen besonders hoch, nehmen viele Menschen ihren Stress mit in den Feierabend und die Erholung bleibt auf der Strecke.
Moderne Ansätze in der Arbeitswelt zu zeigen, dass es immer mehr zu einer Verbindung zwischen Privatleben und Arbeitsalltag kommt. Umso wichtiger ist es, sich gezielte Auszeiten zu nehmen, in denen die Erfüllung der eigenen Wünsche und Träume im Vordergrund steht.

Work-Life-Balance bedeutet nicht für jeden das Gleiche

Der Begriff der Work-Life-Balance wird von Mensch zu Mensch auf verschiedene Art verstanden. In früheren Zeiten galt es vor allem, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Einige Menschen sind bereit, mit viel Leistungsdruck umzugehen und wünschen sich als Arbeitnehmer lediglich längere Auszeiten. Vor allem in der modernen Arbeitswelt setzen Arbeitgeber immer mehr darauf, Arbeitszeit und Freizeit miteinander zu verbinden. Teils entstehen so einzigartige Firmenkonzepte, bei denen jeder Mitarbeiter Gelegenheit erhält, sich immer dann eine Auszeit zu nehmen, wenn er diese benötigt.

So kann jedoch auch eine starke Erwartungshaltung entstehen, die die individuelle Lebensbalance durcheinanderbringt.

Finde also zunächst heraus, was dir wichtig ist und inwieweit du dir eine Trennung oder Verbindung zwischen Arbeit und Privatleben wünschst.

Wie Unternehmen um Mitarbeiter werben

Zahlreiche Studien zeigen, dass flexible Arbeitszeitmodelle eine immer wichtigere Rolle bei der Bewerbung spielen. Besonders im Bereich der Führungskräfte fordern viele Mitarbeiter eine gute Vereinbarkeit des beruflichen Arbeitspensums sowie Familie und Freizeit auf der anderen Seite. Selbstverständlich spielt der Verdienst eine nach wie vor entscheidende Rolle, ist jedoch für immer mehr Menschen nicht allein entscheidend.
Die Arbeitswelt ist im Wandel und befindet sich vor einer großen Aufgabe. Auch bei ehrgeizigen Chefs ist inzwischen angekommen, dass Pausen ein wichtiger Bestandteil sind, um langfristig auf gesunde Mitarbeiter zählen zu können.

Neben Sport- und Gesundheitsangeboten bieten insbesondere größere Unternehmen Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie Teamevents an, um für Entspannung zu sorgen und ein effizienteres Zeitmanagement zu ermöglichen.

Ein Sabbatjahr (Sabbatical) stellt hingegen nur für wenige Menschen eine einzigartige Möglichkeit dar, um die Welt zu entdecken.

Muss es immer Arbeit oder Freizeit heißen?

Im Idealfall sollte dir deine Arbeit Spaß machen und dich erfüllen. Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass du montags morgens mit einem Grinsen am Schreibtisch sitzen und dich auf die Aufgaben der Woche freuen musst. Allerdings sollte eine gewisse Verbindung zur Tätigkeit bestehen. Ist dies nicht der Fall, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen ist ein Jobwechsel immer eine potentielle Maßnahme, über die jeder im Laufe seines Lebens hin und wieder nachdenken sollte.

Kommt dies jedoch derzeit aufgrund des sicheren Gehalts nicht infrage, ist eine klare Abgrenzung von Beruf und Freizeit erforderlich. In diesem Fall sollte die Arbeitszeit möglichst kurz ausfallen und die Arbeit nicht mit nach Hause genommen werden.

In jeder Branche und in jedem Bereich gibt es jedoch eine Menge Möglichkeiten, dich mehr oder weniger zu verwirklichen. Ist der Job an sich nicht erfüllend, so hilft ein guter Kontakt zu Arbeitskollegen, um innerlich nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten. Vielleicht besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Aufgabe zu wechseln und so wieder mehr Freude an der Tätigkeit zu entdecken.

Wenn du liebst, was du tust, gibt es keinen Grund, daran etwas zu ändern.

Die Grenzen der Akzeptanz – nicht jeder muss dich mögen

Bei 25 Mitschülern in der Schule oder 15 Kollegen im Büro wird immer der eine oder andere dabei sein, der dir keine Sympathie entgegenbringt. Mach dir nichts draus, denn höchstwahrscheinlich wird es dir mit dieser Person ähnlich gehen. Insbesondere in der Jugend ist Mobbing ein großes Problem, welches selbst Menschen mit einem starken Charakter belastet. Trotz bestehendem Gruppenzwang, der viele andere mitmachen lässt, gibt es immer Möglichkeiten, neue, nette Menschen kennenzulernen.

Sicherlich wird aus unattraktiven Personen kein Männer- oder Frauenschwarm, allerdings wirkt das Äußere stets nur in Verbindung mit der inneren Haltung. Also arbeite daran, selbstbewusst aufzutreten, dabei jedoch die Grenze zur Arroganz nicht zu überschreiten.

Irgendwann kommt für fast jeden Jugendlichen oder Erwachsenen der Zeitpunkt, dass die eigenen Eltern etwas nicht akzeptieren. Zwar ist die Meinung der eigenen Eltern wichtig, jedoch ist es letztlich dein Leben und du wirst nur dann glücklich, wenn du dir selbst treu bleibst. Versuche also nicht krampfhaft um jeden Preis von anderen akzeptiert zu werden. Setze dir selbst Grenzen und überschreite diese nicht, nur um deinen Mitmenschen zu gefallen.

Das Home-Office als Königsdisziplin der Work-Life-Balance

Je nach Unternehmenskultur ist die Arbeit im Home-Office zumindest zeitweise möglich. Was sich auf den ersten Blick nach einer exzellenten Idee anhört, entpuppt sich allerdings für den einen oder anderen als extreme Herausforderung im Alltag. Wer einen ruhigen Platz zu Hause hat und in der Lage ist, sich selbst zu motivieren, für den ist ein Home-Office eine gute Möglichkeit, einen besseren Ausgleich zwischen Arbeit, Familie und Freizeit zu schaffen. Neigst du allerdings dazu, Aufgaben aufzuschieben und ist dir eine strikte Trennung zwischen Arbeit und Zuhause wichtig, versuche stets, deine Checkliste bereits im Unternehmen abzuarbeiten, sodass deine eigenen vier Wände arbeitsfrei bleiben.

Tipps, um für eine bessere Work-Life-Balance zu sorgen

In den folgenden Abschnitten findest du ein paar Ideen, mit denen du eine Menge Zeit einsparst, um deine Work-Life-Balance zu verbessern.

Zeitmanagement – mit Struktur zum Erfolg 

Der Grund für eine Überforderung am Arbeitsplatz liegt häufig in ständigen Unterbrechungen. Ordne und strukturiere daher deine täglichen Aufgaben, sodass du diese systematisch abarbeiten kannst. Am Ende des Arbeitstages bist du so in der Lage, einen letzten Haken zu setzen und das Thema Arbeit bis zum nächsten Tage ruhen zu lassen. An dieser Stelle gilt die klare Reihenfolge, wichtige oder dir schwierig erscheinende Aufgaben direkt zu erledigen. Je länger du diese vor dir herschiebst, desto mehr Platz nehmen sie in deinem Kopf ein und führen so zu permanenter innerer Anspannung.

Lass dich dabei weder von Telefonaten noch von Kollegen aus der Ruhe bringen. Ein kurzes „Ich rufe Sie in einer Stunde zurück“ ist in den seltensten Fällen ein Problem.

Bewegung und Sport statt Couch und TV
Sicherlich spricht nichts gegen einen netten Fernsehabend. Einen wirklichen Abschluss von der Arbeit und eine klare Trennung erreichst du jedoch deutlich besser, indem du eine kleine Runde im Wald joggen gehst oder dich nach getaner Arbeit beim Sport auspowern kannst. Im Anschluss bleibt meist noch genügend Raum für einen entspannten Abend mit der Familie oder mit Freunden.

Freunde sind wichtig – auch private Termine dürfen nicht untergehen
Sobald es auf der Arbeit etwas stressiger wird, neigen wir dazu, unsere privaten Interessen hinten anzustellen. Grundsätzlich ist dies zwar in dem einen oder anderen Fall erforderlich, sollte jedoch nicht zur Regel werden.

Sobald du merkst, dass du gestresst bist, solltest du dir ganz bewusst diese Auszeiten mit Freunden suchen, um so wieder konzentriert deiner Arbeit nachgehen zu können.

Mit etwas Übung fällt es dir in Zukunft leichter, deine Work-Life-Balance zu finden und Freunde nicht zu vernachlässigen.

  

Zur Person

Torsten Schröder ist Moderator (Radio, Messen, Veranstaltungen), Redner und Coach. Sein Expertenwissen in den Bereichen Business, Gesundheit und Sport gibt er in Seminaren, Ausbildungen und Coachings weiter